Auswanderung - Häfen und Wege
Jeder, der sich in irgendeiner Art und Weise mit Auswanderung im 17., 18. oder 19. Jahrhundert beschäftigt, wird sich mit der Frage beschäftigt haben, wie die Auswanderer ihre Heimat verließen, wie sie dies organisierten und von wo sie aufbrachen.
So unterschiedlich die Schicksale der Menschen sind, die aus allen Teilen deutscher Staaten aufbrachen - wer in die USA wollte, der musste an die Küste.
"Für norddeutsche Auswanderer sind Bremen und Hamburg die geeignetsten Einschiffsplätze, Süddeutsche und Schweizer gehen über Havre, Antwerpen oder Rotterdam, obgleich auch für diese seit Eröffnung der Cöln-Bremer-Hamburger-Eisenbahn, Bremen und Hamburg gleich nahe gerückt sind, und mancherlei Annehmlichkeiten bieten.
Bremen und Hamburg bieten den nach Amerika auswandernden Deutschen die größten Vortheile, und diese werden auch für die Zukunft alle mittel- und norddeutschen und viele süddeutschen Auswanderer veranlassen, Bremen und Hamburg jedem andern Ginschiffsplatze vorzuziehen."1
Für deutsche Auswanderung waren vier große Häfen relevant:
An der Atlantikküste: Le Havre,
die beiden großen deutschen Häfen: Bremerhaven und Hamburg.
Sowie als zusätzliche Route der Weg über den Kanal an die süd-, südöstliche englische Küste und von da aus nach Liverpool an der Westküste.
Schon früh bildeten sich die Nordsee- und Nordatlantikhäfen als die zentralen Abfahrtsorte heraus, in Südeuropa war es Genua in Italien, Odessa am Schwarzen Meer und Thessaloni in Griechenland. Odessa ist in dieser Hinsicht deshalb besonders, da es der Einwanderungshafen für jene Deutschen war, die es als Einwanderer in die russischen, banatischen, rumänischen Lande gezogen hatte. Später wurde es dann der Ort, von dem aus viele Osteuropäer in die Neue Welt aufbrachen.
Zitate:
1 Traugott Bromme
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